Aktuelle Situation in der Veterinärmedizin
Berufspolitisch setzen wir uns seit unserem Bestehen dafür ein, eine in der Tierärzteschaft anerkannte Qualitätssicherung und –prüfung zu erreichen. In mühevoller Kleinarbeit werden bei den offiziellen Gremien, wie in der Politik üblich, sehr kleine Schritte auf das Ziel hin gemacht. Bisher gibt es in keinem Kammerbereich Deutschlands eine Zusatzbezeichnung oder einen Fachtierarzt für Osteopathie.
Nachdem die Bundestierärztekammer 2010 die Einführung eines Fachtierarztes für Osteopathie wegen mangelnder Nachfrage abgelehnt hat, setzen wir, mit unserer anspruchsvollen Prüfung auf der Basis des Curriculums der AVETAO eigene Qualitätsmaßstäbe, die hier in Deutschland durch die Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin, DGOM, als anerkannte Humanmedizinische Gesellschaft, unterstützt wird. Wir bemühen uns, Kontakte zu den Universitäten zu knüpfen.
Eine grundsätzliche Idee dabei ist, den Weg zu ebnen, eine osteopathische Tiermedizinzu ermöglichen, bei der nicht nur als Veterinärosteopathen spezialisierte Kollegen und Kolleginnen den Markt besetzen, sondern vor allem Tierärzte, mit ganz normaler chirurgischer oder kurativer Praxis, ihr Spektrum in die Osteopathie hinein erweitern und täglich anwenden können. In Frankreich und Belgien wird dies in ganz normalen Praxen und Kliniken praktiziert, während hierzulande meist entweder das eine oder das andere gewählt wird. Das ist schade, denn die zusätzlich zur „normalen“ Tiermedizin entstehenden, diagnostischen und therapeutischen Resourcen der Osteopathie, sind in der täglichen Praxis äußerst wertvoll.
Im Zeitalter nahezu unbegrenzter technischer Möglichkeiten bietet die osteopathische Tiermedizin eine kostengünstige, richtungsweisende und präzise Diagnostik und Therapie von Funktionstörungen, die am Anfang, und nicht wie heute vielfach üblich, am Ende aller weiteren Untersuchungen und Behandlungen stehen sollte.
Wenn Sie weiter gehen wollen, bieten wir Ihnen bis zum Erreichen einer durch die Bundestierärztekammer offiziell anerkannten Zertifizierung, aufbauend auf einem obligatorischen, ca. 550 Stunden umfassenden postgraduierten Programm, eine gemeinsam von der AVETAO, der TAO und der DGOM durchgeführte Prüfung an, nach deren Bestehen sie ein Trademark geschütztes Diplom erhalten.
Berufspolitik:
Da in der Tiermedizin und der Tierheilkunde die Bezeichnung Osteopath oder Tierosteopath als Berufsbezeichnung von Tierärzten, Tierheilpraktikern und medizinischen Laien verwendet wird, erscheint es sinnvoll, in der Veterinärmedizin der derzeitigen Entwicklung entgegenzuwirken, indem die Tierärzteschaft dafür sorgt, zumindest in den eigenen Reihen Mindestanforderungen an die Ausbildung zum osteopathischen Tierarzt zu stellen und der tierärztlichen Osteopathie damit ein Gütesiegel zu geben.
Eine tierärztliche Zusatzbezeichnung, der ja üblicherweise eine Weiterbildungsstundenzahl von 120 Stunden, plus Patientenkartei und Überprüfung, zu Grunde gelegt wird, erscheint im Vergleich mit der Humanosteopathenausbildung mit 1340 Stunden und der Postgraduiertenausbildung für Ärzte nach WHO Standards mit 700-1000 Weiterbildungstunden, sowie 500 Stunden für die französischen Tierärzte, viel zu wenig. Um zu vermeiden, daß sich eine hochkomplexe Spezialisierung auf zunächst niedrigem Niveau etabliert, haben wir mit unserem Diplom für osteopathische Veterinärmedizin einen nachprüfbaren Qualitätsstandard geschaffen.
Jedem Kammermitglied ist es möglich, bei seiner Tierärztekammer einen Antrag auf Einführung einer „Fachtierarztes für tierärztliche Osteopathie“ zu stellen. Diese Einführung dient der Patientensicherheit und Qualitätssicherung, der Qualität der Ausbildungsstandards sowie der Sicherung des Berufsstandes der Tierärzte.
Den Tierärzten würde hiermit die Möglichkeit gegeben, sich ein in der jüngeren Zeit immer stärker von den Tierbesitzern nachgefragtes Fachgebiet, qualifiziert zu sichern.


